Rechenzentren sind Batterien – das Netz muss nur lernen, sie zu nutzen
- vor 7 Tagen
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In jedem Rechenzentrum stehen Batterien – ganze Reihen davon, meist im Leerlauf, bereit für den seltenen Moment eines Stromausfalls. Diese gespeicherte Kapazität könnte das Netz stabilisieren, wenn Betreiber und Versorger lernen, sie zu nutzen. Genau das bringt die SDEA bei Solar & Storage Live Zürich ein, am 16. und 17. September 2026 in der Messe Zürich.

Rechenzentren gelten meist als Problem fürs Netz. Der Strombedarf steigt rasch, getrieben von KI, und jede neue Anlage bringt Last, die Netzbetreiber einplanen müssen. Diese Sicht ist nicht falsch, aber unvollständig – und sie zieht sich durch das Panel, an dem Geschäftsführer Matthias Haymoz in Zürich teilnimmt, wo die SDEA offizielle Partnerin ist.
Das Panel
Rechenzentren als Stütze des Stromnetzes: Strategien für Flexibilität, Backup-Speicher und Netzstabilität in der Schweiz
Matthias Haymoz, Geschäftsführer, SDEA
Nicolas Schmid, Associate Partner, Infras
Weitere Panelteilnehmer werden noch bekanntgegeben.
Dieselben Eigenschaften, die Rechenzentren anspruchsvoll machen, machen sie auch nützlich. Sie verbrauchen viel Strom, sie sind durchgehend vermessen, und sie betreiben ohnehin grosse Batteriebänke zur Absicherung. Eine Anlage, die ihren Energieverbrauch genau messen und steuern kann, ist im Grunde eine flexible Ressource, auf die sich das Netz stützen kann – nicht bloss eine Last, die es aufnehmen muss.
Was Solar und Speicher im Rechenzentrum leisten
Zwei Entwicklungen verdienen einen genaueren Blick.
Die erste ist Eigenerzeugung und Speicher hinter dem Zähler. Wer Solar mit Batterien am Standort kombiniert, senkt den Netzbezug direkt, spart einen Teil der Netzentgelte und glättet die scharfen Lastspitzen moderner Rechenlasten. In Märkten mit langsamen oder knappen Netzanschlüssen setzt sich dieses Muster zunehmend durch.
Die zweite ist, vorhandene Notstrom-Infrastruktur zur Netzressource zu machen. Rechenzentren halten erhebliche Batteriekapazität für die unterbrechungsfreie Versorgung vor. Diese Kapazität kann immer häufiger doppelte Arbeit leisten – schnelle Systemdienstleistungen wie Frequenzhaltung und Regelreserve bereitstellen, überschüssigen Ökostrom aufnehmen, wenn er reichlich fliesst, und ihn zurückspeisen, wenn er knapp wird. Aus Notstrom, der meist ungenutzt bleibt, wird etwas, das dem gesamten System dient.
Beides geschieht nicht von selbst. Beides hängt davon ab, wie eine Anlage geplant, betrieben und vermessen wird. Genau da setzt die Arbeit der SDEA an.
Der Ansatz der SDEA: gemessen, nicht geschätzt
Die SDEA zertifiziert die Nachhaltigkeit von Rechenzentren auf Basis von Betriebsdaten – zwölf Monate reale Messwerte und unabhängige Audits durch Dritte, statt Designwerten oder Selbstdeklarationen. Ihr Rahmenwerk erfasst bereits erneuerbare Energie vor Ort und den CO₂-Fussabdruck der genutzten Energie.
Flexibilität und Netzstützung folgen derselben Logik. Aussagen über den Beitrag eines Rechenzentrums zur Netzstabilität haben nur dann Gewicht, wenn sie messbar und überprüfbar sind. Das ist der Punkt, den Haymoz ins Panel einbringt: Das Potenzial ist real, aber es muss belegt werden, Standort für Standort, mit Daten.
Solar & Storage Live Zurich
Die grösste Schweizer Messe für Solarenergie und Energiespeicher – für Projekte im Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Versorgungsbereich.
Datum: 16.-17. September 2026
Ort: Messe Zürich
Grösse: rund 3'500 Teilnehmende, 130 Ausstellende, 120 Referierende
Die Messe bringt Installateure, Distributoren, Projektentwickler, Versorger, Netzbetreiber und politische Entscheidungsträger zusammen, um die Schweizer Energiewende voranzutreiben.
Mehr Informationen und Anmeldung: Solar & Storage Live Zürich 2026



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