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SDEA zertifiziert Wasserverbrauch von Rechenzentren

  • vor 7 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Mit WUE⁺ wird Wasser neben RZ-Energieeffizienz, IT-Effizienz und CO₂-Fussabdruck als zertifizierte Komponente in das SDEA-Rahmenwerk aufgenommen.


The four calculators of the SDEA Navigator.
Der SDEA Navigator, komplett: RZ, IT, Kohlenstoff und – rechts – Wasser.

Mit WUE⁺ schliesst SDEA die letzte Lücke in ihrem Zertifizierungssystem. Die Wasserbilanz wird nun neben der RZ-Effizienz, der IT-Effizienz und dem CO₂-Fussabdruck unabhängig geprüft und zertifiziert – damit ist das SDEA Label die einzige Zertifizierung für Rechenzentren in der Branche, die alle vier Dimensionen der betrieblichen Nachhaltigkeit von Rechenzentren durch gemessene Betriebsdaten und Audits durch Dritte abdeckt.


Warum eine einzige Wasserzahl nie ausreichte


Das in der Branche verwendete Konzept der Wassernutzungseffizienz (Water Usage Effectiveness, WUE) hat ein strukturelles Problem. Es gibt die Liter Wasser an, die ein Rechenzentrum pro Kilowattstunde IT-Energie verbraucht. Das ist zwar eine klare Zahl, aber sie sagt nichts über den Kontext aus.


Ein Liter, der in einem Becken mit starker Wasserknappheit verdunstet, ist nicht dasselbe wie ein Liter, der aus einem Fluss in einer Region mit reichlich Niederschlag entnommen, für ein paar Minuten genutzt und fast unverändert zurückgeführt wird. Eine Anlage, die zwei Drittel ihres Kühlwassers vor Ort recycelt, weist denselben WUE-Wert auf wie eine, die dies nicht tut – obwohl die eine erheblich in die Wasserinfrastruktur investiert hat und die andere nicht.


Da Wasserknappheit auf Grund von Dürren, öffentlicher Kritik und den ersten Fragen der Regulierungsbehörden immer weiter nach oben auf der operativen Agenda rückt, ist eine Kennzahl ohne Kontext genau für jene Betreiber unbrauchbar, denen sie eigentlich als Leitfaden dienen sollte. Das Ergebnis ist eine Zahl, die präzise aussieht, aber nicht wirklich Aufschluss darüber gibt, ob ein Rechenzentrum verantwortungsbewusst mit Wasser umgeht oder nicht.


Was WUE⁺ bietet


WUE⁺ behält die bekannte Water Usage Effectiveness als Ausgangspunkt bei. Dann passt es diese Basis um zwei Aspekte an, die jedem Betreiber und jeder Regulierungsbehörde bereits wichtig sind, die die Standardkennzahl jedoch ignoriert hat.


Der erste Punkt ist das Recycling. Betreiber, die Wasser recyceln oder wiederverwenden – vor Ort oder extern – sehen diese Bemühungen in ihrem Zertifizierungsergebnis anerkannt. Bislang waren diese Investitionen nur in Nachhaltigkeitsberichten sichtbar, nie in der Kennzahl selbst. WUE⁺ ändert das und ist bewusst so strukturiert, dass selbst teilweises Recycling sinnvoll berücksichtigt wird.


Der zweite Punkt ist der regionale Wasserstress. Nicht jeder Liter hat das gleiche Gewicht. Die SDEA nutzt den weltweit anerkannten Datenbestand des World Resources Institute zu Wasserrisiken, um jeden Standort eines Rechenzentrums einem regionalen Wasserstress-Level zuzuordnen. Eine Anlage in einer Region mit extremem Wasserstress trägt das volle Gewicht jedes Liters, den sie verbraucht. Bei einer Anlage in einer wasserreichen Region wird dieses Gewicht entsprechend reduziert.


Wie es sich in das SDEA-Rahmenwerk einfügt

WUE⁺ ist Teil der „Plus“-Stufe des SDEA Label, ebenso wie CUE⁺ – die erweiterte CO₂-Kennzahl, die bereits Lebenszyklusemissionen und Energierückgewinnung berücksichtigt. Das Basis-SDEA Label zertifiziert die gemessene Betriebseffizienz in RZs und der IT. Die „Plus“-Stufe ergänzt dies um die beiden Ressourcenaspekte, die für das nächste Jahrzehnt am wichtigsten sind: CO₂-Intensität und Wasserverbrauch.


Alle vier Dimensionen folgen dem gleichen SDEA-Ansatz: Zwölf Monate Betriebsdaten und ein unabhängiges Audit durch Dritte. Keine Designannahmen, keine Selbsteinschätzung, keine isolierten KPIs. Betreiber, die ihre Wasserbilanz als erstklassig anerkannt haben möchten, können diese Leistung nun genauso messen, verifizieren und zertifizieren lassen wie ihre Energieeffizienz.


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