Echte Nachhaltigkeit bei der Datacenter-Auswahl
- 3. Feb.
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Der Markt für Rechenzentren ist in Bewegung – genauso wie der entsprechende Stromverbrauch. Herkömmliche Kennzahlen für Energieeffizienz werden der Realität aber immer weniger gerecht, weil sie den grössten Stromfresser in Rechenzentren nicht berücksichtigen: die IT.
Ein Gastbeitrag von SDEA-Präsident Babak Falsafi in "Kleine Kniffe".

Als Rückgrat unserer digitalen Welt stehen Rechenzentren an vorderster Front der Diskussion über Energieverbrauch und ökologische Nachhaltigkeit. Die zunehmende Kontrolle durch Regierungen weltweit unterstreicht die dringende Notwendigkeit, sich mit den Auswirkungen dieser Anlagen auf die Umwelt zu befassen: In Irland, Deutschland, den Niederlanden (Amsterdam) und Singapur wurden aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich des Energieverbrauchs Vorschriften oder zeitweise Moratorien für den Bau neuer Rechenzentren erlassen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert in ihrem aktuellen Bericht “Energy and AI”, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 mehr als verdoppeln wird – von 415 TWh im Jahr 2024 auf rund 945 TWh. Künstliche Intelligenz ist dabei der wichtigste Treiber dieser Entwicklung.
Warum herkömmliche Effizienz-Kennzahlen versagen
Eine jährliche Umfrage des Uptime Institut zeigt, dass die Energieeffizienz von Rechenzentren weltweit in den letzten Jahren konstant geblieben ist – gemessen an der konventionellen Kennzahl Power Usage Effectiveness (PUE), die das Verhältnis der insgesamt in einem Rechenzentrum verbrauchten Energie zur von der IT genutzten Energie angibt.
Doch der PUE-Wert hat seine Grenzen: Er vernachlässigt verschiedene Möglichkeiten, wie der gesamte Energiefluss im Rechenzentrum die Emissionen reduzieren kann, z.B. Abwärmerückgewinnung und erneuerbare Energien. Doch die wichtigste Einschränkung des PUE-Wertes ist, dass er bei der Messung der IT-Effizienz nicht aussagekräftig ist.



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